Viele Mütter fallen vier oder fünf Tage nach der Geburt von jetzt auf gleich in ein Stimmungstief, doch auch bei Männern ist mittlerweile die sogenannte Wochenbettdepression, also ein Stimmungstief in der Zeit nach der Geburt, ein Thema. Nach der Freude über die Geburt ist Müttern wie auch Vätern plötzlich nur noch zum Heulen zumute. Viele Eltern fühlen sich überfordert und leiden unter dem ersten Schlafentzug. Nach ein paar Tagen im Krankenhaus sind Eltern und Kind zum ersten Mal auf sich allein gestellt. Während bei Müttern ein Stimmungstief nach der Geburt oft hormonelle Ursachen hat und bei vielen Frauen in den ersten Tagen nach der Geburt auftritt, sind die Gründe bei Vätern oft vielschichtiger.Stimmungstief Papa

 

Wochenbettdepression bei Vätern

Beinahe jeder zehnte Vater leidet nach der Geburt unter einer postnatalen Depression. Womöglich liegt die Dunkelziffer jedoch weitaus höher, da sich viele Väter scheuen, einen Arzt aufzusuchen. Bislang ist das Phänomen der Wochenbettdepression bei Vätern noch nicht hinreichend untersucht, da sich viele Männer scheuen, über ihre Probleme zu sprechen. Die Wochenbettdepression bei Vätern tritt häufig im ersten Lebensjahr des Kindes auf. Die Symptome sind ähnlich wie bei Müttern mit Wochenbettdepression. Väter fühlen sich gestresst und voller Sorgen. Sie wissen nicht, wie sie die Situation bewältigen sollen. Diese psychischen Probleme können gerade bei Vätern durchaus hartnäckig sein. Die jungen Väter leiden stark unter ihren Sorgen. Sie haben das Gefühl, die Situation nicht bewältigen zu können und bekommen sogar Angstzustände.

 

Wochenbettdepression vs. Baby-Blues

Bei den meisten Müttern pendeln sich nach einigen Tagen die Hormone nach der Schwangerschaft wieder ein und sie kommen aus dem Stimmungstief rasch wieder heraus. Dieses Phänomen kennen auch Väter: Das erste Glücksgefühl ist einige Tage nach der Geburt verflogen. Halten diese Symptome jedoch länger an oder treten erst später auf, besteht die Gefahr einer Wochenbettdepression (auch postnatale Depression genannt). Viele Betroffene benötigen dann professionelle Hilfe. Doch gerade Männer fühlen sich auf der einen Seite zwar mit ihren Sorgen und eventueller Überforderung alleingelassen, scheuen sich aber davor, zum Arzt zu gehen, denn viele Männer empfinden eine Depression noch immer als Schwäche.

 

Symptome einer Wochenbettdepression

Depressionen äußern sich in ganz unterschiedlichen Symptomen. Einige Betroffene äußern Traurigkeit, andere fühlen sich überfordert oder sind leicht reizbar. Auch Erschöpfung gehört zu den Symptomen einer Wochenbettdepression. In unserer Gesellschaft wird von jungen Eltern oft erwartet, dass sie vor Glück nur so sprühen müssen. Dieser Druck lastet nicht nur auf vielen Müttern, sondern auch auf Vätern. Bei Vätern kommen häufig noch Fragen wie „Verdiene ich genug, um meine Familie auch in Zukunft zu ernähren?“ hinzu. Viele verstecken daher vor ihrem Umfeld, dass es ihnen nicht gut geht. Dies macht oft aber alles nur noch schlimmer. Väter sollten mit ihrer Partnerin sprechen, wenn sie sich von der neuen Situation überfordert oder ausgebrannt fühlen. Doch auch dies kann für Väter eine Hürde sein, da sie ihre Frau kurz nach der Geburt nicht mit ihren Sorgen belasten möchten. Zudem gibt es Ärzte, Psychologen und Selbsthilfegruppen, die mit dem Thema umzugehen wissen.

 

Ursachen einer Wochenbettdepression

Die Ursachen für eine postnatale Depression sind sehr vielfältig. Während bei Müttern auch hormonellen Ursachen eine Rolle spielen, liegt der Fokus bei Vätern auf seelischen, körperlichen und sozialen Aspekten. Oft ist eine Kombination verschiedener Gründe die Ursache. Die neue Lebenssituation macht vielen jungen Eltern zu schaffen. Männer müssen sich an ihre neue Rolle als Vater erst gewöhnen. Um eine Wochenbettdepression zu diagnostizieren, gibt es einen speziellen Fragebogen, den sogenannten "Edinburgh Postpartum Depression Scale". Hier werden zehn Fragen zur seelischen Verfassung nach der Geburt gestellt. Ein stabiles soziales und familiäres Umfeld kann durchaus helfen, einer postnatalen Depression vorzubeugen.