Von einer Frühgeburt spricht man, wenn das Baby vor Ende der 37. Schwangerschaftswoche zur Welt kommt. Normalerweise dauert eine Schwangerschaft 40 Wochen, also 280 Tage. Frühchen kommen aber schon nach weniger als 260 Tagen auf die Welt und wiegen meistens unter 2.500 Gramm. Weltweit werden jedes Jahr etwa 15 Millionen Babys zu früh geboren und auch in Industrienationen steigt die Zahl der Frühchen. In Deutschland kommen etwa neun von Hundert Kindern zu früh auf die Welt.  Von den etwa 63.000 Frühchen in Deutschland kommen 8.000 sogar schon vor der 30. Schwangerschaftswoche auf die Welt.

 

Fruehchen Papa werdenUrsachen für Frühchen

Die Ursache für eine Frühgeburt lässt sich oft nicht feststellen. Eine Infektion der Mutter oder Stress können beispielsweise die Ursachen sein. Aber auch Auslöser beim Baby können zu einer Frühgeburt führen. Dies kann beispielsweise eine Fehlbildung oder eine Mehrlingsschwangerschaft sein. Bei vielen Frühchen sind die Organe noch nicht voll ausgebildet. Vor allem von der Lungenreife hängt es ab, ob das Baby überlebt. Außerdem kann eine unreife Niere noch keinen Urin produzieren. Das Baby kann also bestimmte Substanzen nicht durch den Urin ausscheiden. Diese sammeln sich daher im Blut. Und auch der Darm funktioniert noch nicht voll. Darüber hinaus ist das Immunsystem noch nicht vollständig entwickelt.

 

 

 Gute Chancen für Frühchen

Die Medizin ist allerdings mittlerweile schon sehr weit. Dank einer guten medizinischen Versorgung schaffen viele Frühchen den Weg ins Leben. Wenn ein Baby in der 25. Schwangerschaftswoche geboren wird, liegt die Überlebenswahrscheinlichkeit bei 70 bis 85 Prozent. Mit jeder weiteren Woche steigt die Chance, dass das Kind überlebt. Viele Frühchen werden nach der Geburt in einen Brutkasten, den sogenannten Inkubator, gelegt. Hier ist das Baby vor Infektionen geschützt und wird medizinisch überwacht. Wenn die Lunge noch nicht voll funktionsfähig ist, wird das Baby beatmet, bis es selbst atmen kann. Wie lange das Baby im Inkubator bleiben muss, hängt davon ab, wie viel zu früh es auf die Welt kam und wie weit seine Entwicklung ist.

 

 

Mit dem Frühchen im Krankenhaus

Die Mutter kann das Krankenhaus in der Regel nach einigen Tagen nach der Geburt wieder verlassen. Frühchen dürfen aber nicht im selben Zimmer wie die Mutter liegen, sondern werden auf speziellen Frühchen Stationen betreut. Viele junge Eltern wollen aber dennoch möglichst viel Zeit bei ihrem Baby verbringen. Viele Krankenhäuser bieten den Eltern daher an, ein Zimmer im Krankenhaus zu bekommen. Wichtig für die Frühchen ist der Hautkontakt mit den Eltern. Die Eltern sollten daher das Kind streicheln und mit ihm sprechen. Wenn das Kind schon etwas fitter ist, kann es oft auch für einige Zeit aus dem Inkubator geholt werden und die Eltern können es auf den Arm nehmen. Da auf der Station immer eine Kinderkrankenschwester da ist, hilft diese den Eltern dabei, das Kind aus dem Brutkasten zu nehmen. Und auch bei Fragen und Unsicherheit mit dem zerbrechlichen Geschöpf stehen den Eltern die Ärzte, Hebammen und Krankenschwestern zur Seite.  Manche Frühchen können auch schon gestillt werden. Wenn sie noch nicht selbst saugen und schlucken können, kann die Mutter Milch abpumpen und das Baby kann damit mit der Flasche gefüttert werden.

 

FruehchenMit dem Frühchen nach Hause

Hoffentlich bald geht es dann mit dem Baby nach Hause. Die Ärzte in der Klinik erklären den Eltern, wie sie das Kind zu Hause bestmöglich versorgen können. Es ist allerdings ganz normal, dass sich viele Eltern zu Hause mit dem Kind zuerst unsicher fühlen. Bei Fragen können sich die Eltern jederzeit an eine Hebamme oder den Kinderarzt wenden. Frühchen werden stärker medizinisch betreut, als andere Babys. Jedoch kann kein Arzt genau vorhersagen, wie sich das Baby entwickeln wird. Viele Frühchen holen ihren Rückstand rasch auf und entwickeln sich genauso wie andere Kinder. Allerdings leiden viele Frühchen jedoch später unter der Frühgeburt. Sie sind beispielsweise anfälliger für Krankheiten wie ADHS oder Asthma.

Viele Babys überstehen eine Frühgeburt sehr gut. Mit viel Liebe, Körperkontakt und Freude können Sie Ihren Liebling auf der Welt gebührend willkommen heißen!