Seit etwa 40 Jahren kommen auch Väter mit zur Geburt in den Kreißsaal und erleben so die Entbindung mit. Davor war der Geburtsraum nur der Schwangeren und ihren Ärzten und Hebammen vorbehalten. Entbindungsanstalten gibt es schon seit 250 Jahren. Dort konnten unverheiratete Frauen in einem geschützten Raum ihr Kind zur Welt bringen. Gleichzeitig wurden hier Ärzte und Hebammen für Entbindungen ausgebildet. Dies hatte allerdings zur Folge, dass die Bedürfnisse der Frauen und Babys oft missachtet wurden. Daher hatten viele Frauen Angst vor dem Kreißsaal. Der Begriff leitet sich übrigens von dem Verb „kreißen“ ab, was ursprünglich laut schreien oder kreischen bedeutete.

 

Väter seit 30 Jahren bei der Entbindung dabeiKreisssaal Papa werden

Erst in den 1970er Jahren setzte mit der Studentenbewegung und der Frauenbewegung ein Bewusstseinswandel ein. Schwangerschaft, Entbindung und Kinderbetreuung betreffen seitdem beide Partner. Dazu gehört auch, dass Väter bei der Geburt dabei sein dürfen. Die Anwesenheit von Menschen, die der gebärenden Frau nahe stehen, ist bei der Entbindung sehr hilfreich. Daher wurde es immer mehr üblich, dass die werdenden Väter mit in den Kreißsaal kamen, um ihrer Frau seelischen Beistand zu leisten. Schätzungen zufolge sind heute neun von zehn Vätern bei der Geburt mit dabei.

 

Vater bei der Entbindung mit im Kreißsaal

Im Laufe der Schwangerschaft kommt bei jedem Paar die Frage auf, ob der Vater mit in den Kreißsaal möchte. Hier ist es wichtig, offen über das Thema zu sprechen. Der Vater sollte sich auch nicht gedrängt fühlen, unbedingt bei der Entbindung dabei sein zu müssen. Damit ist der Partnerin nicht geholfen. Die Gründe dafür können sehr vielfältig und persönlich sein. Vielleicht kann er kein Blut sehen oder fürchtet, er könnte der Situation nicht gewachsen sein. Wichtig ist bei der Entscheidung auch, ob die Partnerin damit einverstanden ist. Viele Frauen wünschen sich aber auch, dass ihre Mutter oder ihre beste Freundin mitkommt. Dies sollte der Vater akzeptieren. Wenn der Vater bei der Entbindung dabei ist, kann er nicht nur seine Partnerin beruhigen und unterstützen, sondern bekommt oft auch Aufgaben wie das Durchschneiden der Nabelschnur.

 

Vorbereitung auf die Entbindung

Dennoch ist die Geburt für viele Männer eines der schönste Moment in ihrem Leben. Und viele Frauen erzählen, dass es für sie wichtig war, dass ihr Partner im Kreißsaal dabei ist. Unter Umständen ist es interessant, die Erfahrungen von Freunden zu hören, die mit im Kreißsaal waren. Sinnvoll ist es auch, gemeinsam mit seiner Partnerin einen Geburtsvorbereitungskurs zu besuchen. Hier erfahren werdende Väter alles, was sie über den Ablauf der Geburt wissen müssen. Darüber hinaus können sie hier Fragen stellen und sich mit anderen werdenden Vätern austauschen. Übrigens kann man sich in vielen Krankenhäusern auch den Kreißsaal vor der Geburt anschauen.

 

Methoden der EntbindungIm Kreißsaal Papa werden

Schwangere haben heute oft die Wahl zwischen verschiedenen Geburtsmethoden. Neben der natürlichen Geburt gibt es auch die medizinisch-programmierte Geburt, bei der der Kaiserschnitt eine Option ist. Obwohl es bei der Wahl des Geburtsortes auch Alternativen wie die Hausgeburt und ambulante Geburt in einem Geburtshaus gibt, bevorzugen die meisten Mütter dennoch eine Klinikgeburt. Man sollte sich rechtzeitig informieren, welche Art der Geburt man sich wünscht. Die Entscheidung darüber treffen im Idealfall beide Partner gemeinsam. Wenn sich das Paar für die sogenannte „sanfte Geburt“ entscheidet, wird der Fokus darauf gelegt, wie direkt nach der Entbindung mit dem Säugling umgegangen wird. Viele Frauen entscheiden sich auch für eine Wassergeburt, die oft als sehr entspannend bezeichnet wird.