Was ist, wenn wir plötzlich Zwillinge bekommen?

Zwillinge Papa sein

Zwillinge sind für jedes Paar eine Überraschung: Sie bedeuten doppeltes Babyglück, aber auch doppelt so viel Arbeit. Für viele Paare ist der Schock erst einmal groß. Zwillinge sind auf jeden Fall etwas ganz besonderes. Aber der Alltag mit zwei Babys ist deutlich anstrengender. Allerdings sind Zwillingsschwangerschaften eher selten: Von 1.000 Geburten in Deutschland sind nur 35 Zwillinge. Bei Frauen über 35 Jahren kommen Zwillingsschwangerschaften übrigens häufiger vor als bei jüngeren Frauen. Auch wenn es in der Familie schon Zwillinge gibt, ist die Chance höher.


Wie entsteht eine Zwillingsschwangerschaft?

Zwillinge entstehen dann, wenn gleich zwei Eizellen befruchtet werden oder wenn sich eine Eizelle in einem sehr frühen Stadium teilt. Im zweiten Fall entstehen eineiige Zwillinge. Sie teilen sich eine Fruchthöhle und haben identisches Erbmaterial. Eineiige Zwillinge haben immer das gleiche Geschlecht und sehen sich zum Verwechseln ähnlich. Auch zweieiige Zwillinge können sich sehr ähnlich sehen. Da sie sich aus zwei getrennten Eizellen entwickeln, können jedoch so auch ein Junge und ein Mädchen entstehen.

 

Besonderheiten einer Zwillingsschwangerschaft

In der Regel entdeckt der Arzt schon sehr früh- meist in der fünften oder sechsten Woche - ob man mit Zwillingen schwanger ist. Eine Überraschung bei der Geburt ist recht selten. Zwischen der achten und der zwölften Woche sieht der Arzt am besten, ob eineiige oder zweieiige Zwillinge im Mutterleib sind. Dies ist ab der 16. Woche nicht mehr sichtbar. Eine Zwillingsschwangerschaft unterscheidet sich durchaus von einer Schwangerschaft mit einem Kind. Sie ist für den Körper der Frau sehr anstrengend und dauert in der Regel nur 37 statt 40 Wochen. Eine Zwillingsschwangerschaft wird als Risikoschwangerschaft eingestuft und von Beginn an gründlicher untersucht. Zudem muss die schwangere Frau öfter zu Voruntersuchungen beim Arzt.

 

Zweieiige Zwillinge Papa werdenKomplikationen bei einer Zwillingsschwangerschaft

Bei einer Zwillingsschwangerschaft können vermehrt Komplikationen auftreten. Dabei kann es sich um stärkere Übelkeit in den ersten drei Monaten, Bluthochdruck, Blutungen oder eine Schwangerschaftsvergiftung handeln. Darüber hinaus müssen Zwillinge ihren kleinen Rückstand, den sie haben, weil sie rund drei Wochen früher auf die Welt kommen als andere Kinder, in den ersten Lebensjahren aufholen. Ihre Entwicklung ist also in den ersten Jahren etwas langsamer. Sie beginnen beispielsweise etwas später zu laufen und zu sprechen. Normalerweise haben sie diesen Rückstand aber aufgeholt, sobald sie in die Schule kommen.

 

Frühere Geburt bei Zwillingsschwangerschaft

Bei einer Zwillingsschwangerschaft, muss man ab der 28. Woche der Schwangerschaft einmal pro Woche zum Arzt. Wenn die Kinder nicht in der 37. Woche zur Welt kommen, wird spätestens in der 38. Woche die Geburt der Zwillinge eingeleitet, sonst wird das Risiko für Mutter und Kinder zu hoch. Kaiserschnitte sind bei Zwillingen sehr häufig, besonders wenn die Babys sehr klein sind oder die Mutter schon älter ist. Wenn keine Komplikationen auftreten, ist aber auch eine natürliche Geburt möglich.

 

Zwillingsschwangerschaft: Nach der Geburt

Nach der Geburt werden die Babys natürlich medizinisch versorgt. Wenn die Kinder etwas zu früh auf die Welt gekommen sind, liegen sie vielleicht auch noch eine Weile auf der Frühchenstation. Irgendwann geht es aber dann mit den Kindern nach Hause. Hier sollte schon früh alles doppelt da sein: Strampler, Kinderbettchen, Windeln. Auch einen Kinderwagen gibt es für zwei Kinder. Fragen Sie ruhig bei Freunden und Verwandten nach Unterstützung, wenn es Ihnen in den ersten Tagen zu viel wird. Auch Schwangerschaftsberatungsstellen und Hebammen können gerade bei den Fragen zu Finanzen und Organisation weiterhelfen. Bei Zwillingsschwangerschaften empfiehlt es sich zudem, schon sehr früh Kontakt zu einer Hebamme aufzunehmen. Außerdem kann es sinnvoll sein, früher in Mutterschutz zu gehen, da gerade die letzten Schwangerschaftswochen sehr anstrengend werden können.

Doppeltes Glück bei Zwillingsschwangerschaft

Und wer kennt Sie nicht- Hanni und Nanni, das doppelte Lottchen oder Romulus und Remus. Diese berühmten Zwillinge sind nicht von ungefähr so beliebt. Viele Kinder wünschen sich einen Zwilling. Und das aus gutem Grund: Zwillinge sind oft eng miteinander verbunden und können in einigen Fällen intuitiv spüren, ob es dem anderen gut geht. Zwillingsschwangerschaften sind heutzutage kein Problem mehr. Zwillinge bedeutet vielleicht einmal doppeltes Chaos, aber auch doppeltes Kinderlachen und Freude. Zudem haben beide immer einen Spielkameraden an der Seite. Und Ihre Beiden werden Sie schon verzaubern zu wissen.