Tipps zur Namenwahl
Namenswahl
Eines der wichtigsten Themen und eine der Fragen, die Sie als werdender Papa sicher sehr oft hören werden ist "Wie soll es denn heißen?" Damit die Frage aller Fragen nicht last Minute im Kreißsaal entscheiden werden muss, sollten Sie sich vorher bereits einige Gedanken um den Babynamen machen. Vermutlich werden Sie darüber sogar in heiße Diskussionen mit der schwangeren Liebsten verfallen. Denn auch hier gilt: wer die Wahl hat, hat die Qual- dies gilt auch bei der Suche nach dem richtigen Babynamen. Von offizieller Seite her haben Sie bis zu einem Monat nach der Geburt Zeit, bis der Vorname fürs Kind festgelegt werden muss. Die Diskussion um den Kindsnamen sollten Sie in erster Linie mit Ihrer Liebsten führen. Lassen Sie nicht gleich alle Omas, Opas, Onkels und Tanten mitreden, dies kann zu Verunsicherungen und Missstimmungen im Familienkreis führen. Vorstellungen unterschiedlicher Generationen können hier aufeinander prallen. Auch Bennennungen nach Großeltern oder Großonkeln sollte man sich gut überlegen, denn: In früheren Zeiten waren Namen wie Wilhelmine oder Friedensreich durchaus üblich. Heute macht man es seinem Kind mit einem solchen Namen unter Umständen reichlich schwer.
Namensrecht
In Deutschland hat Vater Staat die Vornamensgebung für Babys limitiert. Zwar haben die Eltern nach dem deutschen Namensrecht die Aufgabe, den Namen des Babys auszusuchen - der Staat sieht seine Aufgabe allerdings auch darin, seine jüngsten Bürger vor Stigmatisierung zu schützen, falls die Phantasie bei der Namensgebung mit den Eltern allzusehr durchgehen sollte. Um Phantasienamen einen Riegel vorzuschieben und zu vermieden, dass das Kind nach der Lieblingsbiersorte oder Automarke der Eltern benannt wird, sind nur Vornamen zulässig, die mit dem Wohl des Kindes zu vereinbaren sind, nicht anstößig sind und das Kind nicht der Lächerlichkeit preisgeben. Die Entscheidung, welcher Babyname zugelassen wird, liegt im Ermessen des jeweiligen Standesbeamten. Praktisch heißt das, der Vorname muss als solcher zu erkennen sein. Es ist möglich, gegen die Entscheidung des Standesbeamten zu klagen, wenn die Namenswahl der Eltern abgelehnt wird. Die entscheidende Instanz in solchen Fällen ist das Amtsgericht. Auf den jeweiligen Standesämtern können Eltern in Namenslisten schmökern und sich über die erlaubten Vornamen informieren. Auch von den Vornamen, die beim Standesbeamten durchgefallen sind, gibt es eine Liste. Schauen Sie in jedem fall mal rein - amüsant ist die Liste der in Deutschland abgelehnten Vornamen allemal.
Frist bei der Namenswahl: Üblicherweise wird der Vorname des Kindes gleich bei der Geburtsanzeige beim Standesamt mitgeteilt. Wenn bei der Geburt der Name des Kindes noch nicht feststeht, haben Sie eine Frist von vier Wochen nach der Geburt, bis der Vorname dem Standesamt vorliegen muss.
Regeln rund um Babynamen
- Produktnamen sind verboten, deshalb wurden zum Beispiel Namensanträge wie Pepsi-Cola oder Ferrari abgelehnt.
- Geschlechtsspezifisch: Namen müssen auf das Geschlecht des Kindes hinweisen. Man kann also ein Mädchen nicht einfach Horst und einen Jungen nicht einfach Anita nennen. Bei nicht geschlechtsspezifischen Namen wie Conny, Toni oder Siggi muss ein zweiter Vorname gegeben werden, der eindeutig auf das Geschlecht des Kindes hinweist.
- Nachnamen als Vornamen: Namen, die eigentlich Nachnamen sind, dürfen in Deutschland nicht als Vornamen gegeben werden. Deshalb ist es nicht möglich, sein Kind "Puschkin" , "Schroeder" oder "Hemingway" zu nennen.
- Ortsnamen dürfen in der Regel nicht als Kindernamen gegeben werden. Ausnahmen gab es allerdings schon - so sind Ortsnamen wie Dakota für Mädchen zugelassen, da die Endung"a" nach Mädchenname klingt.
- "Böse" Namen: Namen mit negativer Konnotation, die in unserem Kulturkreis eindeutg negativ besetzt sind, wie "Judas", "Satan" oder "Kain" werden abgelehnt, da sie dem Kindswohl schaden können. Der Vorname "Adolf" ist in Deutschland allerdings nicht verboten, wie oft behauptet wird. Auch der islamische Name "Dschehad" (dt: heiliger Krieg) wurde nach längerem Rechtsstreit schließlich genehmigt. Ob man mit solchen Namen seinem Kind einen Gefallen tut, ist allerdings eine andere Frage.
- Anzahl der Vornamen: Ein Antrag eines Elternpaares, ihrem Kind 12 Vornamen zu geben, war der Anlass für eine Grundsatzentscheidung des BVG: nach maximal fünf Vornamen ist jetzt Schluss. Namen mit Bindestrich wie Franz-Joseph oder Anne-Marie gelten hierbei als ein Name. Das hat allerdings den Nachteil, dass man später nicht einen der beiden Namen als Rufnamen wählen kann, wie bei der Variante ohne Bindestrich.
Exotische Namen
In Zeiten zunehmender Individualisierung geht der Trend zu besonders ausgefallenen Vornamen. Das kann allerdings auch zu Problemen führen. Ist der Name zu blumig oder exotisch, wird Ihr Nachwuchs unter Umständen im Kindergarten gehänselt und hat es auch im weiteren Leben deutlich schwerer. Namen von Prominenten können aus demselben Grund problematisch werden. Sie sollten auch beachten, ob der Vorname zum Nachnamen passt. Eine Kombination wie "Marie-Antoinette Schulze" kann unter Umständen unfreiwillig komisch wirken. Schon Shakespearte wusste: "Das was wir Rose nennen, würde unter jedem anderen Namen ebenso süß duften." Entsprechend sollte man nicht versuchen, über besonders aussagekräftige Namen in die Welt zu tragen, wie besonders das eigene Baby ist. Ihr Kind ist in jedem Fall etwas ganz Besonderes, da sollte es nicht nötig sein, dies über Namen wie Ophelia, Neo, Maddox, Windsbraut oder Lourdes-Marie auszudrücken. Denken Sie immer daran, wie der Name später auf der Hochschulbewerbung und der Visitenkarte Ihres erwachsenen Kindes aussehen wird!
Babynamen-Rankings
Ein Blick in einschlägige Namenslisten im Internet oder ein Büchern sollten Sie ruhig riskieren - um zu wissen, welche Namen Sie besser nicht wählen sollten. Die Top Ten der Babynamen heißen nicht umsonst so, diese Namen sind in diesen Jahrgängen tatsächlich überrepräsentiert und werden von vielen werdenden Eltern aus diesem Grund gemieden. Schließlich wollen Sie nicht, dass sich später 10 Kinder synchron zu ihnen umdrehen, wenn Sie Ihren Nachwuchs auf dem Spielplatz zu sich rufen. Jede Zeit hat gewisse Modenamen, die besonders stark vertreten sind. Zwischen zu großer Individualität und 08-15 Namen gilt es, einen funktionierenden Mittelweg zu finden.
Verständlichkeit
Ein Aspekt bei der Wahl von Babynamen kann es sein, den Namen so zu wählen dass er auch international gut verständlich und leicht auszusprechen ist. Schließlich leben wir verstärkt in einer international vernetzten Welt. Da ist es leicht möglich, dass Ihr Kind im späteren Leben einmal im Ausland tätig sein wird und so ein universell verständlicher, prägnanter Vorname durchaus von Vorteil sein kann. Auch sollten Sie bei der Wahl englischer oder französischer Vornamen bedenken, dass diese unter deutschen Muttersprachlern unter Umständen falsch ausgesprochen werden. So ist aus so manch einem Yves auf dem Spielplatz schon ein "Üffes" geworden...



