Vorsorgeuntersuchungen während der Schwangerschaft

Wenn bei einer Frau die Periode ausbleibt oder sie morgens unter Übelkeit leiden, liegt der Verdacht nahe, dass sie schwanger sein könnte. Ein Schwangerschaftstest bringt meist Gewissheit. Diese Tests sind schon zwei Wochen nach der Befruchtung aussagekräftig. Eine Schwangerschaft beginnt mit dem ersten Tag der letzten Periode. Damit sind viele Frauen schon in der fünften Woche schwanger, wenn sie feststellen, dass ihre Monatsblutung ausbleibt.

Vorsorgeuntersuchung

 

Erste Vorsorgeuntersuchung in der Schwangerschaft ab der 5. Woche

Daher raten Frauenärzte auch zu einer Erstuntersuchung ab der fünften Schwangerschaftswoche. Beim ersten Termin bestätigt der Arzt mit einer Ultraschalluntersuchung die Schwangerschaft. In der Regel wird auch eine weitergehende körperliche Untersuchung durchgeführt und ein ausführliches Gespräch geführt. Hier werden das Allgemeinbefinden und mögliche Erkrankungen besprochen. Außerdem können hier Themen wie Ernährung oder Impfungen besprochen werden.

 

Etwa zehn Vorsorgeuntersuchungen in der Schwangerschaft

Im Laufe der Schwangerschaft sind etwa zehn Vorsorgeuntersuchungen vorgesehen, die etwa alle vier Wochen stattfinden. Ab der 32. Woche der Schwangerschaft sollte die Schwangere alle zwei Wochen zur Vorsorgeuntersuchung gehen. Alle Befunde im Verlauf der Schwangerschaft werden im Mutterpass festgehalten. Bei jeder Vorsorgeuntersuchung wird die Frau gewogen und der Blutdruck gemessen. So kann der Arzt feststellen, ob die Schwangere unter einer Bluthochdruckerkrankung, wie z. B. Präeklampsie, leidet. Bei jedem Besuch muss die Frau eine Urinprobe abgeben. Der Arzt untersucht den Urin auf Anzeichen für eine Infektion der Harnwege. Außerdem kann der Urin Aufschluss darüber geben, ob beispielsweise eine Schwangerschaftsdiabetes vorliegt.

 

Blutuntersuchungen bei Vorsorgeuntersuchungen in der Schwangerschaft

Von Zeit zu Zeit ist auch eine Blutuntersuchung vorgesehen. Hier kann der Arzt beispielsweise feststellen, ob die Schwangere genug Eisen im Körper hat. Außerdem können so mögliche Infektionen festgestellt werden. In diesem Zusammenhang können auch zusätzliche Untersuchungen gemacht werden, die allerdings nicht immer von der Krankenkasse bezahlt, werden. Dazu gehört beispielsweise eine Untersuchung auf Toxoplasmose. Dabei handelt es sich um einen Parasiten, der dem Kind schaden kann. Dieser wird unter anderem durch Katzen oder ungenügend gesäubertes Obst oder Gemüse übertragen.

 

Ultraschalluntersuchungen bei Vorsorgeuntersuchungen in der Schwangerschaft

Die Ultraschall-Untersuchungen sind absolut ungefährlich für das Kind. Hier sieht der Arzt sehr gut, wie sich das Baby entwickelt. Ab der 7. oder 8. Woche kann man so auch den Herzschlag des Babys sehen. Normalerweise werden im Laufe der Schwangerschaft drei Ultraschall-Untersuchungen gemacht. Zwischen der 9. und 12. Woche kann der Arzt die Größe des Kindes messen und damit den voraussichtlichen Geburtstermin ausrechnen. Und auch wenn Zwillinge unterwegs sind, sieht das der Arzt jetzt. Je nach Gesundheitszustand und Lebensumständen empfiehlt der Arzt weitere Untersuchungen. Wenn beispielsweise ein Verdacht auf Ringelröteln besteht, werden die entsprechenden Untersuchungen vorgenommen. Kurz vor der Geburt wird auch eine Untersuchung auf Hepatitis B vorgenommen. Wenn diese positiv ausfällt, muss das Kind direkt nach der Geburt geimpft werden.

 

Schwangerschaftsanzeichen

Screenings bei Vorsorgeuntersuchungen in der Schwangerschaft

Zwischen der 19. und 22. Woche sind die ersten Organe des Babys sichtbar. In dieser Phase kann sich die Schwangere zu einem sogenannten erweiterten Ultraschall mit Organ-Screening entscheiden, bei dem Herz, Lunge, Magen, Blase und Niere des Kindes genauer untersucht werden. Darüber hinaus kann ein Ersttrimester-Screening im ersten Teil der Schwangerschaft eine mögliche Chromosomenanomalie erkennen. Auch Trisomie 21 kann mittlerweile über einen DNA-Bluttest erkannt werden. Dieser Test wird von vielen Krankenkassen nicht bezahlt. Außerdem sollte diese Untersuchung nicht ohne eine genaue Ultraschall-Untersuchung im Vorfeld durchgeführt werden. Falls sich die Eltern nach einem positiven Befund einen Schwangerschaftsabbruch in Erwägung ziehen, müssen weitere Untersuchungen durchgeführt werden. Ab der 20. Woche kann ein Feinultraschall unter bestimmten Voraussetzungen durchführt werden, beispielsweise wenn die Schwangerschaft als Risikoschwangerschaft gilt.

 

 

 

Übersicht: Vorsorgeuntersuchungen in der Schwangerschaft

 

Woche          Was?

4-5                            Schwangerschaftstest
Ab 5.                        Erstuntersuchung (mit Blutuntersuchung), Krebsvorsorge, Mutterpass ausstellen
9-12                         Vorsorgeuntersuchung (erster Ultraschall)
11-13                        evtl. Ersttrimester-Screening
13-16                       Vorsorgeuntersuchung
17-19                       Vorsorgeuntersuchung
19-22                       Vorsorgeuntersuchung (zweiter Ultraschall, evtl. Feinultraschall)
23-25                       Vorsorgeuntersuchung
24-27                       oraler Glukosetoleranztest (Schwangerschaftsdiabetes)
26-28                       Vorsorgeuntersuchung
29-30                       Vorsorgeuntersuchung (dritter Ultraschall)
Ab 32.                      Blutuntersuchung auf Hepatitis B, ab jetzt alle zwei Wochen Vorsorgeuntersuchung, evtl. Herztöne des Kindes und Wehen messen
36.                            evtl. Abstrich auf B-Streptokokken
37.                            Vorsorgeuntersuchung
Ab 40.                      alle zwei Tage Vorsorgeuntersuchung