Den richtigen Babynamen wählen


Der passende Name: Kind ist nicht gleich Kind

Eines der wichtigsten Themen und eine der Fragen, die Sie als werdender Papa sicher sehr oft hören werden, ist "Wie soll es denn heißen?". Damit die Frage aller Fragen nicht Last Minute im Kreißsaal entschieden werden muss, sollten Sie sich vorher bereits einige Gedanken um den Babynamen machen. Vermutlich werden Sie darüber sogar in heiße Diskussionen mit der schwangeren Liebsten verfallen. Denn auch bei der Suche nach dem richtigen Babynamen gilt: Wer die Wahl hat, hat die Qual.
Lassen Sie nicht gleich alle Omas, Opas, Onkels und Tanten beim Babynamen mitreden. Dies kann zu Verunsicherungen und Missstimmungen im Familienkreis führen. Vorstellungen unterschiedlicher Generationen können hier aufeinanderprallen. Auch Benennungen nach Großeltern oder Großonkeln sollte man sich gut überlegen, denn in früheren Zeiten waren Namen wie Wilhelmine oder Friedensreich durchaus üblich. Heute macht man es seinem Kind mit einem solchen Namen unter Umständen reichlich schwer.

 Babynamen

Namensrecht bei Namen für das Kind

In Deutschland hat Vater Staat die Vornamensgebung für Babys limitiert. Zwar haben die Eltern nach dem deutschen Namensrecht die Aufgabe, den Babynamen auszusuchen - der Staat sieht seine Aufgabe allerdings auch darin, seine jüngsten Bürger vor Stigmatisierung zu schützen, falls die Phantasie mit den Eltern allzu sehr durchgehen sollte. So sind nur Vornamen für Mädchen und Vornamen für Jungen zulässig, die mit dem Wohl des Kindes zu vereinbaren, nicht anstößig oder lächerlich sind. Die Entscheidung, welche Babynamen zugelassen werden, liegt im Ermessen des jeweiligen Standesbeamten. Praktisch heißt das, der Vorname muss als solcher zu erkennen sein. Es ist möglich, gegen die Entscheidung des Standesbeamten zu klagen, wenn die Namenswahl der Eltern abgelehnt wird. Die entscheidende Instanz in solchen Fällen ist das Amtsgericht. Auf den jeweiligen Standesämtern können Eltern in Namenslisten schmökern und sich über die erlaubten Babynamen informieren. Auch von den Vornamen für Mädchen und Jungen, die beim Standesbeamten durchgefallen sind, gibt es eine Liste. Schauen Sie in jedem Fall mal rein - amüsant ist die Liste der in Deutschland abgelehnten Vornamen allemal.
Der Elternteil, der das Sorgerecht hat, darf den Babynamen für das Kind bestimmen (im Glücksfall also beide zusammen)

Frist bei der Namenswahl: Üblicherweise wird der Vorname des Kindes gleich über die Geburtsanzeige beim Standesamt mitgeteilt. Wenn bei der Geburt der Babyname noch nicht feststeht, haben Sie eine Frist von vier Wochen nach der Geburt, bis der Vorname dem Standesamt vorliegen muss.

 

Verbotene Vornamen: Regeln rund um Babynamen

•    Erkennbarkeit: Pfefferminza, Störenfried oder “Friede mit Gott!“ gehörten nicht dazu
•    Produktnamen: Sind verboten, deshalb wurden zum Beispiel Namensträger wie Pepsi-Cola oder Ferrari abgelehnt.
•    Geschlechtsspezifisch: Babynamen müssen auf das Geschlecht des Kindes hinweisen. Man kann also ein Mädchen nicht einfach Horst und einen Jungen nicht einfach Anita nennen. Bei nicht geschlechtsspezifischen Namen wie Conny, Toni oder Siggi muss ein zweiter Vorname gegeben werden, der eindeutig auf das Geschlecht des Kindes hinweist.
•    Nachnamen als Vornamen: Namen, die eigentlich Nachnamen sind, dürfen in Deutschland nicht als Vornamen gegeben werden. Deshalb ist es nicht möglich, sein Kind "Puschkin", "Schroeder" oder "Hemingway" zu nennen.
•    Ortsnamen dürfen in der Regel nicht als Kindernamen gegeben werden. Ausnahmen gab es allerdings schon - so sind Ortsnamen wie Dakota für Mädchen zugelassen, da die Endung "a" nach Mädchenname klingt.
•    "Böse" Namen: Babynamen mit negativer Konnotation, die in unserem Kulturkreis eindeutig negativ besetzt sind, wie "Judas", "Satan" oder "Kain" werden abgelehnt, da sie dem Kindswohl schaden können. Der Vorname "Adolf" ist in Deutschland allerdings nicht verboten, wie oft behauptet wird. Auch der islamische Name "Dschehad" (dt: heiliger Krieg) wurde nach längerem Rechtsstreit schließlich genehmigt. Ob man mit solchen Namen seinem Kind einen Gefallen tut, ist allerdings eine andere Frage.
•    Adelstitel: Sind als Vornamen für Mädchen und Jungen ausgeschlossen, wie z.B. Lord
•    Anzahl: Es dürfen nicht mehr als 5 Vornamen vergeben werden. Babynamen mit Bindestrich wie Franz-Joseph oder Anne-Marie gelten hierbei als ein Name. Das hat allerdings den Nachteil, dass man später nicht einen der beiden Namen als Rufnamen wählen kann, wie bei der Variante ohne Bindestrich.
Exotische Babynamen

 

In Zeiten zunehmender Individualisierung geht der Trend zu besonders ausgefallenen Babynamen. Das kann allerdings auch zu Problemen führen. Ist der Babyname zu blumig oder exotisch, wird Ihr Nachwuchs unter Umständen im Kindergarten gehänselt und hat es auch im weiteren Leben deutlich schwerer. Kindernamen von Prominenten können aus demselben Grund problematisch werden. Sie sollten auch beachten, ob der Vorname zum Nachnamen passt. Eine Kombination wie "Marie-Antoinette Schulze" kann unter Umständen unfreiwillig komisch wirken. Schon Shakespeare wusste: "Das, was wir Rose nennen, würde unter jedem anderen Namen ebenso süß duften." Entsprechend sollte man nicht versuchen, über besonders aussagekräftige Namen in die Welt zu tragen, wie besonders das eigene Baby ist. Ihr Kind ist in jedem Fall etwas ganz Besonderes. Da sollte es nicht nötig sein, dies über Namen wie Ophelia, Neo, Windsbraut oder Lourdes-Marie auszudrücken. Denken Sie immer daran, wie der Name später auf der Hochschulbewerbung und der Visitenkarte Ihres erwachsenen Kindes aussehen wird!


Vorname JungeBabynamen-Rankings

Ein Blick in einschlägige Namenslisten im Internet oder in Büchern sollten Sie ruhig riskieren - um zu wissen, welche Babynamen Sie besser nicht wählen sollten.  Die Top Ten der Babynamen heißen nicht umsonst so. Diese Babynamen sind in diesen Jahrgängen tatsächlich überrepräsentiert und werden von vielen werdenden Eltern aus diesem Grund gemieden. Schließlich wollen Sie nicht, dass sich später 10 Kinder synchron zu Ihnen umdrehen, wenn Sie Ihren Nachwuchs auf dem Spielplatz zu sich rufen. Jede Zeit hat gewisse Modenamen, die besonders stark vertreten sind. Zwischen zu großer Individualität und 08-15 Namen gilt es, einen funktionierenden Mittelweg zu finden.

 

 

 

Verständlichkeit

Ein Aspekt bei der Wahl von Babynamen kann es sein, den Namen so zu wählen, dass er auch international gut verständlich und leicht auszusprechen ist. Schließlich leben wir verstärkt in einer international vernetzten Welt. Da ist es leicht möglich, dass Ihr Kind im späteren Leben einmal im Ausland tätig sein wird und so ein universell verständlicher, prägnanter Vorname durchaus von Vorteil sein kann. Auch sollten Sie bei der Wahl englischer oder französischer Babynamen bedenken, dass diese unter deutschen Muttersprachlern unter Umständen falsch ausgesprochen werden. So ist aus so manch einem Yves auf dem Spielplatz schon ein "Üffes" geworden.


Ist unser favorisierter Babyname erlaubt?

Sowohl die Universität Leipzig als auch die Gesellschaft für deutsche Sprache bietet Überprüfungen für Vornamen an. Es werden zudem Gutachten erstellt, die Sie beim Standesamt vorlegen können. Dies ist zwar keine Garantie, dass Ihr Babyname durchkommt, aber vielleicht hilfreich, um den Standesbeamten darauf aufmerksam zu machen.