Regenbogenfamilie Papa werden

Regenbogenfamilie
 

Auch bei immer mehr homosexuellen Paaren ist er irgendwann da: der Kinderwunsch. Doch wie kann ein männliches Paar Vater werden? Hier taucht oft der Begriff der Regenbogenfamilie auf. Darunter versteht man Familien, in denen Kinder bei einem gleichgeschlechtlichen Paar groß werden. Homosexuelle Paare haben in Deutschland mehrere Möglichkeiten, sich den Kinderwunsch zu erfüllen, dass das gemeinsame Glück perfekt macht. Die Wahl der besten Möglichkeit hängt von der persönlichen Lebenssituation des Paares ab.

 

 
Regenbogenfamilie durch Adoption

Der bekannteste Weg zur Regenbogenfamilie ist wohl eine Adoption. Doch aufgrund vieler Anforderungen, die ein Paar in Deutschland erfüllen muss, um ein Kind adoptieren zu können (Mindestalter, festes Einkommen, Gesundheit, große Wohnung) und einer sehr hohen Nachfrage ist eine Adoption für viele Paare nicht erfolgreich. Außerdem darf ein homosexuelles Paar das Kind nicht gemeinsam adoptieren. Daher kann sich nur ein Partner um die Adoption bemühen, was die Ausgangslage noch schwieriger macht. Auch eine Auslandsadoption ist an viele schwierige rechtliche Schritte gebunden.

 

 
Alternativen zur Adoption als Regenbogenfamilie

Wenn ein Partner bereits ein Kind aus einer früheren Beziehung hat, kann der andere Vater dieses Kind im Rahmen der sogenannten Stiefkindadoption adoptieren. Diese Möglichkeit zur Regenbogenfamilie besteht nur, wenn das Paar in einer eingetragenen Lebenspartnerschaft lebt. Hierzu muss die Zustimmung des anderen leiblichen Elternteils vorliegen und das Kind muss zur Adoption freigeben sein. Neben einer Adoption kann man ein Kind auch als Pflegefamilie bei sich aufnehmen und sich so als homosexuelles Paar seinen Kinderwunsch erfüllen. Die Aufnahme eines Pflegekindes ist nicht an den Familienstand gebunden. Daher ist es längst nicht mehr ungewöhnlich, dass ein Pflegekind bei zwei Vätern aufwächst.


Maennliches Paar Papa werdenRegenbogenfamilie mit leiblichen Kindern

Und wenn es doch das leibliche Kind von zumindest einem der beiden Partner sein soll, gibt es mittlerweile mehrere Möglichkeiten. Eine Leihmutterschaft zur Erfüllung des Kinderwunsches ist in Deutschland verboten. Dennoch tun sich homosexuelle Paare häufig zusammen, um gemeinsam eine große Regenbogenfamilie zu gründen. Mittlerweile gibt es sogar Online-Portale, auf denen sich Paare und Singles finden, die den Wunsch haben, gemeinsam ein Kind zur Welt zu bringen.

 


Der Weg zur Regenbogenfamilie

Ein homosexueller Kinderwunsch ist also realisierbar, denn ein Kind großzuziehen bedeutet in heterosexuellen wie in homosexuellen Beziehungen, einem anderen Menschen Liebe zu schenken. Dank der modernen Medizin kann heute ein Kind nicht mehr nur durch heterosexuellen Geschlechtsverkehr oder künstliche Befruchtung in einer Klinik gezeugt werden. Mittlerweile ist es möglich, durch gezielte Heiminsemination, also quasi einer künstlichen Befruchtung zu Hause, schwanger zu werden. Dennoch gilt es einiges zu beachten, wenn ein homosexuelles Paar gemeinsam Vater werden will. Auch wenn sich beide Partner über den Kinderwunsch einig sind, kann nur einer der beiden Partner auch der leibliche Vater des Kindes werden. Diese Frage sollte vorab ausführlich besprochen werden. Und auch die Frage, inwieweit die leibliche Mutter am Leben des Kindes teilhaben soll und will, sollte frühzeitig geklärt werden.

 


Regenbogenfamilie im Alltag

Die Zahl der Regenbogenfamilien nimmt in Deutschland immer mehr zu und auch die Akzeptanz dieser Lebensform wird immer größer. Viele Menschen sind der Ansicht, dass es für das Kind am wichtigsten ist, dass es in einer liebevollen Umgebung aufwächst – egal, ob es eine Mutter und einen Vater oder zwei Väter hat. Studien haben gezeigt, dass sich ein Kind in einer Regenbogenfamilie genauso gut entwickelt, wie in einer traditionellen Familie[1]. Allerdings besteht leider noch immer die Möglichkeit, dass es Diskriminierung von außen gibt. Daher ist es wichtig, für einen offenen Umgang in Kindergarten und Schule zu sorgen und in Konfliktfällen das Gespräch mit dem Umfeld zu suchen.

 


[1]    http://www.zeit.de/gesellschaft/familie/2017-01/familie-kinder-wohlbefinden-beziehung-eltern