Viele Paare wünschen sich nach dem ersten Kind noch ein zweites Kind. Die Gründe dafür sind vielfältig. So fühlt man sich vielleicht mit zwei Kindern erst als „richtige“ Familie oder man wünscht sich ein Geschwisterchen für das ältere Kind. Bei vielen Familien stellt eine zweite Schwangerschaft das Leben nochmal komplett auf den Kopf. Auf der anderen Seite sind Eltern mit zwei oder mehr Kindern aber noch zufriedener, wie eine Studie des Staatsinstituts für Familienforschung (ifb) in Bamberg[1] ergab.

 

Noch ein Kind Geschwisterkind Papa werdenZweites Kind oft überraschend

Eine zweite Schwangerschaft kann geplant sein, kommt aber manchmal auch durchaus überraschend, da bei vielen Paaren die Anspannung nachgelassen hat. Es gibt Frauen, die beim ersten Kind erst nach langen Bemühungen schwanger geworden sind, aber keine Probleme hatten, erneut schwanger zu werden. Viele Paare entscheiden sich aber auch ganz bewusst für ein zweites Kind und verzichten ab einem bestimmten Zeitpunkt auf die Verhütung oder nutzen die Methode der natürlichen Familienplanung, um gezielt schwanger zu werden.

 

Zeitlicher Abstand beim zweiten Kind

Oft taucht die Frage auf, was der ideale zeitliche Abstand zwischen zwei Kindern ist. Aus medizinischer Sicht sollte eine Frau erst ein halbes Jahr nach der ersten Schwangerschaft wieder schwanger werden. Aber Pädagogen und Psychologen sehen keinen idealen Abstand zwischen Geschwisterkindern. Wenn das zweite Kind kurz nach dem ersten Kind zur Welt kommt, kann es für die Eltern zwar durchaus turbulent zuhause werden, aber die Kinder können bald zusammen spielen und wachsen gemeinsam auf. Dies ist auch praktisch für Mütter, die nach einer gewissen Babypause wieder in den Beruf einsteigen wollen.

 

Zweites Kind erst nach einigen Jahren

Wer sich aber erst nach drei oder mehr Jahren für ein zweites Kind entscheidet, hat den Vorteil, dass das ältere Kind schon reifer und selbstständiger ist. Größeren Kindern können die Eltern dann auch besser erklären, was das zweite Kind bedeutet, dass das Baby am Anfang mehr Aufmerksamkeit braucht, aber auch das große Geschwisterchen sicher nicht zu kurz kommen wird. Oft freut sich das Kind dann auf ein Geschwisterchen und damit einen neuen Spielkameraden. Wann man sich aber für ein zweites Kind entscheidet, ist letztendlich eine persönliche Entscheidung. Man sollte sich erst dann für ein zweites Kind entscheiden, wenn man bereit dazu ist.

 

Geschwisterkind in Entscheidung miteinbeziehen

Oftmals tritt auch die Frage auf: Ist es eine Entscheidung der Eltern allein oder sollte das Geschwisterchen über ein zweites Kind mitbestimmen? In erster Linie ist es die Entscheidung der Eltern. Um ein Geschwisterkind jedoch nicht vor den Kopf zu stoßen, sollte frühzeitig erzählt werden, wenn die Mama schwanger ist. Manchmal sind es auch die bereits vorhandenen Kinder, die von nichts anderem reden als einem zweiten Kind.

 

Schwangerschaft beim zweiten Kind oft weniger intensiv

Die zweite Schwangerschaft ist oftmals nicht so intensiv für beide Elternteile, da sie sich nicht ausschließlich auf das ungeborene Kind konzentrieren können, sondern das ältere Kind auch viel Aufmerksamkeit einfordert. Daher sollte ein Paar, das zum zweiten Mal ein Kind bekommt, versuchen, sich sowohl auf das Geschwisterkind zu konzentrieren wie auch dem noch ungeboren Kind, Zeit und Aufmerksamkeit zu schenken. Viele Mütter machen sich bei der zweiten Schwangerschaft weniger Gedanken und gehen beispielsweise nicht zu Geburtsvorbereitungskursen oder zur Schwangerschaftsgymnastik. Dennoch kann es sinnvoll sein, bewusst zu diesen Terminen zu gehen und die Zeit dort ganz dem neuen Kind zu schenken.

 

Familiäre Situation beim zweiten Kind

Übrigens sollte man sich bei der Entscheidung für ein zweites Kind nicht von Wünschen von anderen oder Gedanken wie „Geschwisterkinder wachsen glücklicher auf“ leiten lassen. Auch die Entscheidung gegen ein zweites Kind ist vollkommen in Ordnung. Oftmals spielen auch Faktoren wie die familiäre und finanzielle Situation bei der Entscheidung eine Rolle. Wenn beispielsweise finanzielle oder berufliche Bedenken auftauchen, ist es sinnvoll, diese innerhalb der Partnerschaft zu besprechen. Unter Umständen findet sich im Gespräch eine neue Lösung. Außerdem sollten sich beide Partner einig sein. Wenn ein Partner Bedenken hat, ist es sinnvoll, die Entscheidung gemeinsam nochmal zu überdenken oder auf einen späteren Zeitpunkt zu verschieben.


[1]     http://www.ifb.bayern.de/publikationen/materialien/index.php und http://www.ifb.bayern.de/imperia/md/content/stmas/ifb/materialien/mat_2003_6.pdf