Fruchtbarkeit beim Mann


Die Fruchtbarkeit des Mannes hat in den letzten Jahren erheblich abgenommen. Experten vermuten, dass es an Chemikalien, Weichmachern und Östrogenen im Abwasser liegt.  Vor allem wenn es mit dem Kinderwunsch nicht klappt, stellen sich viele Männer die Frage nach der Zeugungsfähigkeit. Denn in 50% der Fälle liegt die Ursache beim Mann.
Stimmt das? Und wie werden Männer eigentlich fruchtbar? Denn die Fruchtbarkeit des Mannes ist so komplex wie der Zyklus der Frau.

 

Maennliche Fruchtbarkeit Papa werdenWie entstehen Spermien?

Die Spermien des Mannes reifen in den Hoden über einen längeren Zeitraum heran. Diesen Vorgang nennt man Spermiogenese. Der Reifungsprozess der Spermien verläuft zyklisch und dauert etwa 74 Tage. Da aber im Durchschnitt alle zwei Wochen immer wieder größere Mengen von Sperma gebildet werden, sind immer reife Spermien vorhanden. Der Prozess der Spermienreifung ist jedoch anfällig für Störungen und äußere Faktoren, wie

 

  • fiebrige Erkältung
  • Mumps im Kindesalter
  • Hormonspiegel (fehlendes Testosteron)
  • psychische Belastungen und
  • Ernährung.

 

Spermien werden beim Mann bis ins hohe Alter gebildet. Deshalb gibt es immer wieder ältere Männer, die Papa werden. Dennoch gilt auch beim Mann: je höher das Lebensalter, umso anfälliger sind die Spermien für Chromosomenstörungen, die zu Fehlbildungen beim Kind führen können.

 

Gesundes Sperma und Spermienmenge

Nach den Richtlinien der WHO liegt die Menge von Sperma, die ein Mann benötigt, um als fruchtbar zu gelten, bei 15 Mio. Spermien pro ml Samenflüssigkeit. Dies ist eine große Zahl, die viele Männer nicht erreichen. Auch bei einer niedrigeren Spermienzahl ist eine Schwangerschaft aber durchaus möglich. Die Quantität der Spermien lässt sich mit der richtigen Ernährung und ausreichend Vitaminen und Spurenelementen verbessern. Somit ist die Menge der Spermien bereits ein wichtiges Kriterium, um die Fruchtbarkeit bestimmen zu können.

 

Spermiogramm

Ein Spermiogramm ist eine Spermauntersuchung zur Feststellung der Qualität und Quantität des Spermas. Es wird meist in einem Labor erstellt und ist ein zuverlässiges Hilfsmittel, um die Zeugungsfähigkeit zu überprüfen. Die Kriterien, nach denen die Spermaqualität bewertet wird, entsprechen den Richtlinien der Gesundheitsorganisation WHO. Ein Spermiogramm überprüft die Quantität, Geschwindigkeit (Motilität), Konsistenz (Viskosität) und Beweglichkeit der Spermien. Vor Abgabe der Probe im Labor sollte allerdings drei bis vier Tage kein Samenerguss erfolgen. So schwer es gerade dann sein mag, Abstinenz ist gefragt. Die Probe wird ganz klassisch durch Masturbation gewonnen. Sie muss 30 Minuten nach dem Samenerguss im Labor ausgewertet werden.  Idealerweise wird das Spermiogramm daher direkt in der Kinderwunschpraxis durchgeführt, wo sie auch ausgewertet wird. Manche Ärzte geben den Behälter auf Anfrage mit nach Hause- dann hat Mann allerdings die Eile, die Probe rechtzeitig im Labor abzuliefern. Dazu sollte die Probe bei 20-40 Grad Celsius temperiert sein. Wird das Sperma zu großen Temperaturschwankungen ausgesetzt, ist die Probe nicht mehr repräsentativ und liefert kein Ergebnis.


Die wichtigsten Richtwerte für ein Spermiogramm nach den Kriterien der WHO sind (untere Grenzwerte):

Ejakulatvolumen 1,5 ml
Gesamtzahl der Spermien     39 Mio. Spermien/Ejakulat
Spermienkonzentration 15 Mio. Spermien /ml
Form der Spermien     4% normal
Vitalität (Anteil lebende Spermatozoen)     58%
Beweglichkeit der Spermien     40 % (progressiv und nicht progressiv)
Leukozytenzahl  unter 1/ ml
a-Glukosidase     über 20 mU/Ejakulat)
Fruktosemenge   über 13 μmol/Ejakulat
Zink 2,4 μmol/Ejakulat


Eines der wichtigsten Kriterien zur Überprüfung der Spermaqualität ist die Motilität - also die Beweglichkeit der Spermien. Die Bestimmung der Motilität erfolgt in vier Stufen:

  • schnell progressiv: Spermien bewegen sich schnell geradeaus
  • progressiv: Spermien bewegen sich langsam geradeaus
  • nicht progressiv: Spermien bewegen sich im Kreis, träge
  • immotil: Spermien bewegen sich nicht

 

Was tun bei negativem Spermiogramm?

Wenn das Ergebnis beim Spermiogramm (Spermauntersuchung) negativ ausfällt, sollte man nicht gleich in Panik verfallen oder sich entmutigen lassen, was den Kinderwunsch angeht. Da die Spermienproduktion sehr anfällig für äußere Störfaktoren ist, spiegelt ein Spermiogramm (Spermauntersuchung) lediglich den momentanen Zustand wieder. Die Spermienqualität lässt sich sogar in vielen Fällen auf einfachem Wege verbessern, beispielsweise durch gesunde Ernährung und Sport. Die Beweglichkeit des Spermas bei Rauchern lässt sich meist durch Aufhören des Rauchens maßgeblich verbessern, denn Nikotin ist ein Gift und wirkt entsprechend ermattend auf die Spermien.
Da ein Spermiogramm nur eine Momentaufnahme der männlichen Zeugungsfähigkeit liefert, sollte es in regelmäßigen Abständen erstellt werden. So lässt sich auch dokumentieren, inwiefern sich die Qualität der Spermien durch Maßnahmen wie Ernährung, Nikotinabstinenz oder eine Hormonbehandlung verbessert hat.

Fruchtbarkeit Mann Papa werden

Spermatest für Zuhause

Ein Spermatest für Zuhause kann einen ersten Aufschluss über die Quantität der Spermien liefern und bietet so eine Orientierungshilfe für Männer, die sich vergewissern möchten, wie es um ihre Zeugungsfähigkeit steht. Die Menge der Spermien ist ein wichtiges Kriterium für die Zeugungsfähigkeit und lässt sich mit einem Spermatest für Zuhause selbst feststellen. Man nimmt selbst eine Spermaprobe und kann diese anhand eines Teststreifens sofort selbst auswerten. Das Ergebnis liegt bereits nach 15 Minuten vor. Der Spermatest für Zuhause liefert kein differenziertes Ergebnis nach mehreren Kriterien wie ein ausführliches Spermiogramm. Wem es aber um eine schnelle und unkomplizierte Orientierungshilfe geht, der kann mit dem Spermatest immerhin ein wichtiges Kriterium der männlichen Fruchtbarkeit selbst verifizieren. Gerade Männer, die mitten im Job stehen und wenig Zeit für Arztbesuche haben, können sich so einen ersten Überblick verschaffen, denn sie brauchen dafür nur ein Badezimmer und eine Viertelstunde für sich.

 

Das kann die Fruchtbarkeit des Mannes stören

                                                                                                                                                        Sperma ErektionsfähigkeitSperma
Die Erektionsfähigkeit eines Mannes ist eine Grundvoraussetzung, um erfolgreich ein Kind zu zeugen. Gerade wenn der Kinderwunsch eines Paares zunimmt und es nicht auf Anhieb klappt, wächst auch der Druck auf den Mann immer stärker. So kann es in der Kinderwunsch- Phase sein, dass Sexualität nur noch als Mittel zum Zweck betrachtet wird und der gefühlte Druck, nun endlich ein Kind zu zeugen, die Erektionsfähigkeit hemmt. Es gibt viele Faktoren, wie z. B. Stress im Beruf oder Alltag, die die Erektionsfähigkeit beeinträchtigen können. Auch ein zu niedriger Testosteronspiegel sowie verschiedene Krankheiten können die männliche Erektion hemmen, so dass es entweder zu keiner Erektion kommt oder sie nicht lange genug andauert. Liegt eine dauerhafte erektile Dysfunktion vor, gibt es verschiedene Behandlungsmöglichkeiten. In Kinderwunschzentren werden Sie hierzu eingehend beraten.


                                                                                                                                                            Sperma AzoospermieSperma
Bezeichnet das vollständige Fehlen von Spermien im männlichen Ejakulat. Für eine Azoospermie kann es verschiedene Auslöser geben, wie etwa eine Mumps-Erkrankung in der Pubertät,eine vorhergehende Entzündungserkrankung der Nebenhoden oder ein Fehler des Y-Chromosoms. Neben dem vollständigen Fehlen gibt es auch noch weitere Formen der Zoospermie. Oligozoospermie bedeutet, dass nur eine geringe Menge Spermien im Samenerguss vorhanden ist. Weiterhin gibt es noch die Asthenozoospermie und die Teratozoospermie. Manche Ausformungen der Azoospermie lassen sich medizinisch behandeln, andere dagegen sind permanent. Im Fall von Azoospermie sollten Sie sich an einen Arzt oder ein Kinderwunschzentrum wenden.


                                                                                                                                                        Sperma HodenhochstandSperma
Wenn noch nach dem vollendeten 2. Lebensjahr die Hoden in der Bauchhöhle oder Leistengegend liegen, führt dieser Hodenhochstand in den meisten Fällen zu Unfruchtbarkeit. Die Spermien werden dadurch auf über 35 Grad erhitzt und sterben langfristig ab. Es können nach einiger Zeit keine neuen Spermien mehr gebildet werden.


                                                                                                                                                              Sperma VarikozeleSperma
Von Varikozele spricht man, wenn sich eine Vene im Hoden erweitert. Sie beeinflusst die Qualität der Spermien. Eine Varikozele kann jedoch entfernt, abgebunden oder verödet werden.


                                                                                                                                                       Sperma Hormonelle StörungenSperma
Auch ein Mangel an Testosteron oder Gonadotropinen kann die Spermienbildung negativ beeinflussen.


                                                                                                                                                           Sperma Freie SamenleiterSperma
Selbst wenn ausreichend gesunde Spermien vorhanden sind, kommt es in einigen Fällen deshalb nicht zur erfolgreichen Befruchtung, weil der Transport der Spermien durch die Samenleiter blockiert ist. Hier ist meist ein operativer Eingriff erforderlich.

                                                                                                                                                Sperma Entzündung der NebenhodenSperma

Eine Entzündung der Nebenhoden kann sich ebenfalls negativ auf die Spermienqualität auswirken. Es kann sogar zu einer Einstellung der Spermienproduktion kommen.


                                                                                                                                                    Sperma Immunologische SterilitätSperma
Ist der Fall, wenn Antikörper die Samenzellen angreifen sobald sie außerhalb der Hoden sind. Dies kann sowohl im Körper des Mannes als auch der Frau passieren.


                                                                                                                                                              Sperma LebensweiseSperma
Ungesunde Ernährung, Übergewicht, Rauchen und Alkohol kann die Spermienproduktion ebenfalls negativ beeinflussen.

 


Wie Sie Ihre Fruchtbarkeit verbessern können, lesen Sie hier!

 

 

Hier nochmal im Überblick:

Infografik Fruchtbarkeit Mann