Ein Kind zu adoptieren, bedeutet, es unendlich zu lieben und ehren, auch wenn es nicht zu 100 Prozent aus den eigenen Genen entstanden ist. Bei einer Adoption ist es möglich, ein fremdes Kind oder ein verwandtes Kind zu adoptieren. Durch die Adoption nimmt ein Kind rechtlich den Platz einer verwandten Person in der Adoptivfamilie ein. So wird das Kind zum Sohn oder Tochter der Adoptiveltern.

 

Kind adoptierenVoraussetzungen, um ein Kind zu adoptieren

Eine erste Voraussetzung ist, dass das Kind, das man adoptieren möchte, auch zur Adoption freigegeben wurde. Wenn die leibliche Mutter schon vor der Geburt einwilligt, dass das Kind adoptiert werden darf, kann das Baby schon früh in die Adoptivfamilie kommen und dort aufwachsen. Die endgültige Entscheidung zur Freigabe zur Adoption fällt aber erst acht Wochen nach der Geburt offiziell und wird dann durch eine Einwilligungserklärung mittels eines Notars rechtswirksam.

 

Rechtliche Bedingungen, um ein Kind zu adoptieren

Wenn sich nun ein Paar dazu entscheidet, ein nicht-leibliches Kind bei sich aufzunehmen, ist dies an viele hohe rechtliche Hürden gebunden. Neben einem Ehepaar kann auch eine alleinstehende Person ein Kind adoptieren. Lebt ein homosexuelles Paar in einer eingetragenen Lebensgemeinschaft, darf nach aktueller Rechtslage nur ein Partner von beiden offiziell das Kind adoptieren. Bei einer hetero- oder homosexuellen Partnerschaft kommt jedoch auch die sogenannte Stiefkindadoption infrage. Wenn einer der beiden Partner bereits ein leibliches Kind aus einer früheren Beziehung hat, kann der andere Partner dieses Kind adoptieren.

 

Vorgaben, um ein Kind zu adoptieren

Laut Gesetz beträgt das Mindestalter für eine Adoption 25 Jahre. Wenn ein Ehepaar ein Kind adoptiert, muss der zweite Partner mindestens 21 Jahre alt sein. Die Altersgrenze bei Adoptionen ist relativ streng. Oft wird es für Paare ab 35 Jahren schwierig, ein Kind zu adoptieren. Zudem ist es für die Behörden wichtig, dass die Adoptiveltern über ein geregeltes Einkommen verfügen. Allerdings befürworten es viele Jugendämter gerade bei der Adoption von kleinen Kindern, wenn einer der beiden Adoptiveltern nicht oder nur wenige Stunden in der Woche arbeitet.

 

Kindeswohl im Vordergrund, um ein Kind zu adoptieren

Bei einer Adoption steht immer das Kindeswohl an erster Stelle. Dazu gehören auch die Wohnverhältnisse der Eltern. Die Wohnung oder das Haus der zukünftigen Eltern sollte groß genug und kindgerecht sein. Zudem müssen die Eltern das Jugendamt davon überzeugen, dass sie der Verantwortung für ein Kind gewachsen sind. Auch ein polizeiliches Führungszeugnis und ein Nachweis, dass die Eltern gesund sind, gehören dazu. Wenn man mittels Adoption Vater werden will, sollte man sich gründlich mit den rechtlichen Regelungen befassen. Eine Auslandsadoption ist ebenfalls erlaubt, kann sich aber lange hinziehen und ist an zahlreiche rechtliche Bedingungen gebunden.

 

Langer Weg, um ein Kind zu adoptieren

Der Weg zu einem Adoptivkind ist oft mühsam, denn das Verfahren ist lang. In dieser Zeit sollten sich beide Partner gegenseitig unterstützen und Hoffnung geben. Außerdem sollte man sich in dieser Zeit bewusst machen, warum man den Weg über eine Adoption wählt. Möchte man einem Kind ein gutes Leben ermöglichen oder sieht man das Kind doch eher als Ausgleich für die eigene Kinderlosigkeit? Wenn die Behörden ein Paar als geeignet befinden, beginnt das Warten bis zur eigentlichen Adoption. Es kann ein bis zwei Jahre dauern, bis tatsächlich ein Kind adoptiert werden kann. Doch irgendwann zieht das Kind dann in die Familie ein. Die erste Zeit ist von gegenseitigem Kennenlernen geprägt. Oft dauert auch dies ein Jahr lang. Das Jugendamt begleitet Eltern und Kinder in dieser Zeit. Ein Säugling kann erst nach einem Jahr offiziell adoptiert werden und viele ältere Kinder kommen zunächst als Pflegekind in die Familie.Adoption

 

Kind adoptieren: Die Familie wächst zusammen

Die Beziehung zwischen den neuen Eltern und dem Kind muss langsam wachsen. Und es kann durchaus vorkommen, dass es zu Konflikten in der Familie kommt. In diesem Fall steht das Jugendamt mit Rat und Tat zur Seite. Die Entwicklung adoptierter Kinder hängt von vielen verschiedenen Faktoren ab. Wenn ein älteres Kind adoptiert wird, kann es gut sein, dass es eine schwierige Vergangenheit hinter sich hat, die das Kind weiterhin prägen. Aber auch junge Kinder oder Babys haben ein ganz eigenes Schicksal erlebt.

Man sollte sowohl dem Kind als auch den Geschwistern und sich selber, Zeit geben, sich aneinander zu gewöhnen. Ein Kind adoptiert man nicht von heute auf morgen. Nach der Prozedur der Bewerbung müssen sich alle Beteiligten erst einmal erholen. Bauen Sie eine Beziehung zu Ihrem Adoptivkind am besten so auf, indem Sie es so lieben wie Ihr eigen Fleisch und Blut. Mit der Zeit werden das Kind Ihr und Sie sein Vertrauen erobern.

Während sich viele Adoptiveltern für einen offenen Umgang mit dem Thema entscheiden, warten viele aber auch bis das Kind älter ist, und erklären ihm erst dann, dass es adoptiert ist. Was hier der richtige Weg ist, muss jedes Paar für sich entscheiden. Es kann durchaus dazu kommen, dass sich das Kind, wenn es älter wird, mehr und mehr Fragen nach seiner Herkunft und seiner Identität stellt.
Seien Sie besonders in dieser Zeit für Ihr Kind da.