Eine künstliche Befruchtung kommt für viele Paare nur als letzter Ausweg in Frage. Wenn jedoch alle natürlichen Mittel nicht geholfen haben oder andere körperliche Einschränkungen vorliegen, kann dies der Weg zum Wunschkind sein. Wenn sich ein Paar für eine künstliche Befruchtung entscheidet, gibt es verschiedene Möglichkeiten. Das Ziel bei einer künstlichen Befruchtung ist es, die Schwangerschaft mit Hilfe eines meist medizinischen Eingriffs herbeizuführen. Wer mit dem Gedanken spielt, eine künstliche Befruchtung vornehmen zu lassen, hat oft einen langen Weg vor sich, auf dem gegenseitige Unterstützung sehr wichtig ist.

 

Methoden der künstlichen BefruchtungKuenstliche Befruchtung

Bei einer künstlichen Befruchtung erfolgt die Befruchtung der Eizelle mit dem Samen innerhalb oder außerhalb des Körpers der Frau.
Bei der sogenannten In-vitro-Fertilisation (IVF) verschmelzen Spermien in einem Reagenzglas mit der Eizelle. Die Spermien finden hier aber selbst den Weg in die Eizelle.
Bei der Intrazytoplasmatischen Spermieninjektion (ICSI) werden Spermien direkt in die Eizelle injiziert.
Finden sich keine Samenzellen im Ejakulat, können diese direkt aus den Hoden (TESE) oder den Nebenhoden (MESA) gewonnen werden.
Neben diesen Methoden gibt es noch Wege zur sogenannten Insemination (IUI). Hier wird Sperma mit verschiedenen Hilfsmitteln in die Gebärmutter der Frau gebracht. Wird die Insemination zuhause durchgeführt, spricht man von Heiminsemination.

 

Rechtliche Lage bei der künstlichen Befruchtung

Die rechtliche Lage ist in Deutschland sehr unterschiedlich. Die künstliche Befruchtung mit Spermien des Ehepartners bzw. des langjährigen, festen Partners ist zugelassen. Ist der Samenspender allerdings nicht der Ehemann bzw. der feste Partner der Frau, ist die Rechtslage durchaus komplizierter. Wenn eine Frau mit dem Sperma eines anonymen Samenspenders befruchtet wurde, gilt der Ehemann oder Lebenspartner der Frau als Vater, wenn er die Vaterschaft anerkennt. Allerdings hat das Kind das Recht, innerhalb von zwei Jahren nach der Volljährigkeit oder nachdem es von seiner Zeugung durch eine Samenspende erfahren hat, die sogenannte Ehelichkeit anzufechten. Der Ehemann kann dies allerdings nicht anfechten, wenn er in die künstliche Befruchtung mit Spendersamen eingewilligt hat. Seit 1989 hat in Deutschland jeder das Recht auf die Kenntnis der eigenen Abstammung. Ein Samenspender darf damit nicht dauerhaft anonym bleiben. Dennoch sind hier die genauen rechtlichen Beziehungen unklar.

 

Künstliche Befruchtung in Kinderwunschzentren

Mittlerweile gibt es in Deutschland zahlreiche Kinderwunschzentren und Samenbanken. Hier finden Paare, die auf natürlichem Weg keine Kinder bekommen können, Hilfe. Die eigentliche Befruchtung kann jedoch erst nach umfangreichen Untersuchungen bei Mann und Frau erfolgen. Unter anderem muss getestet werden, ob die Spermien des eigenen Partners genutzt werden können oder ob im Fall der Unfruchtbarkeit des Mannes fremde Spermien zur Befruchtung der Eizelle gewählt werden können.

TESE Papa werden

Übrigens übernimmt die Krankenkasse einen Teil der Kosten. Je nach Methode und Anbieter liegen die Kosten bei rund 2.000 Euro. Allerdings ist leider nicht immer der erste Versuch erfolgreich, daher können auch höhere Kosten entstehen.

 

Künstliche Befruchtung: Eine Belastung für die Beziehung?

Für viele Paare ist eine künstliche Befruchtung die letzte Chance, Kinder zu bekommen. Auch wenn der Weg bis hierhin schon beschwerlich war. Er wird nicht leichter. Oft dauert es, ehe es zu einer künstlichen Befruchtung kommt. Und kommt es dann dazu, kann es wiederum ein paar Wochen dauern ehe sich eine Schwangerschaft einstellt.

 

Zahl der künstlichen Befruchtungen steigt

Im Jahr 2013 wurden in Deutschland mehr als 80.000 künstliche Befruchtungen durchgeführt. Damit ist dieser Weg, ein Kind zu bekommen, keine Seltenheit mehr. Die Paare, die sich für eine künstliche Befruchtung entscheiden, sind im Schnitt immer älter, da mit dem Alter die Fruchtbarkeit abnimmt. Die beste Methode entscheidet man mit einem Arzt individuell. Vor der eigentlichen Befruchtung sind mehrere Untersuchungen notwendig. Daher sollten beide Partner viel Geduld mitbringen und sich in dieser Zeit gegenseitig unterstützen. Ob und wann das Paar dem Kind und auch dem Umfeld von der Art der Zeugung erzählen möchte, sollte man ganz persönlich entscheiden.