Immer mehr Väter möchten ihre Partnerin bei der Kindererziehung entlasten und viel Zeit mit ihren Kindern verbringen. Daher entscheiden sich immer mehr Männer, in Elternzeit zu gehen. Elternzeit ist eine gesetzliche Regelung, die einen Zeitraum der unbezahlten Freistellung nach der Geburt eines Kindes bezeichnet. Jeder Vater darf sich nach der Geburt seines Kindes eine berufliche Auszeit nehmen.

Elternzeit Vater werden

 

Elternzeit erleichtert Vereinbarkeit von Familie und Beruf

Wer sich für Elternzeit entscheidet, hat Anspruch darauf in den ersten drei Lebensjahren des Kindes. Und wer zwischen dem dritten und achten Geburtstag des Kindes 24 Monate zuhause bleiben möchte, kann dies ebenfalls. Beide Elternteile können die Elternzeit unter sich aufteilen. Man muss spätestens sieben Wochen vor dem geplanten Termin die Elternzeit beim Arbeitgeber beantragen. Die Zeiträume innerhalb von zwei Jahren müssen vorab verbindlich festgelegt werden. Es ist auch möglich, nur für das erste Lebensjahr des Kindes in Elternzeit zu gehen. Eine Verlängerung ist allerdings möglich.

 

Elternzeit gemeinsam nutzen

Vater und Mutter können zur gleichen Zeit eine Auszeit nehmen oder so planen, dass sich ein Teil überschneidet. So können sich beide Elternteile eine Weile gemeinsam um das Baby kümmern. Viele Paare nehmen die gemeinsame Auszeit kurz nach der Geburt. Manchmal entscheidet man sich auch später dazu, beispielsweise, um gemeinsam einen längeren Familienurlaub zu machen. Und es kann auch die Situation eintreten, dass die Partnerin eine Weile mehr Unterstützung zu Hause benötigt. Auch dann kann die Elternzeit sinnvoll sein. 

 

Elternzeit beim Arbeitgeber beantragen

Einen Antrag stellen Väter spätestens sieben Wochen vor dem geplanten Beginn. Am besten schreibt man einen schriftlichen Antrag und erklärt schon zu diesem Zeitpunkt, für wie lange man in Elternzeit gehen möchte. Es ist erlaubt, während der Elternzeit in Teilzeit bis zu 30 Stunden pro Woche zu arbeiten. Zudem sollte man rechtzeitig planen, wer in dieser Zeit die Aufgaben am Arbeitsplatz übernehmen kann. Auch die Kollegen sollten informiert werden, damit man Aufgaben übergeben und Fragen der Kollegen zu Aufgaben oder Projekten beantworten kann. Und auch, ob man, beispielsweise wenn Probleme auf der Arbeit auftauchen, angerufen werden darf, sollte vorab geklärt werden. Mehr zum Thema erfährt man auf der Webseite des Bundesfamilienministeriums.

 

Gründe für ElternzeitElternzeit papa werden

Ein Vaterschaftsurlaub ist die ideale Möglichkeit, um sich selbst um die Betreuung des Kindes zu kümmern und so eine gute Vater-Kind-Beziehung aufzubauen. Viele Männer möchten auch ihre Partnerin entlasten oder ihr die Rückkehr in ihren Job erleichtern. Die Länge der Elternzeit hängt oft von finanziellen und beruflichen Faktoren ab. Daher machen viele Väter ihre Entscheidung von der Situation im Job abhängig. Noch immer stehen nicht alle Arbeitgeber, trotz des gesetzlichen Anspruchs, der Elternzeit für Väter positiv gegenüber. Daher haben viele Väter Bedenken, ob sich diese nicht doch negativ auf ihre Karriere auswirkt. Gerade dann, wenn der Vater der Hauptverdiener in der Familie ist. Vielleicht hilft in dieser Situation ein Gespräch beim Betriebsrat oder mit Kollegen, die bereits in Elternzeit waren. Allerdings empfiehlt es sich nicht vorher mit den Vorgesetzten zu sprechen.

 

Vorteile überwiegen

Auch wenn eine Auszeit vom Arbeitsplatz oft gut überlegt sein sollte, überwiegen doch die Vorteile der Elternzeit. Die ersten Lebensmonate eines Kindes sind eine wunderschöne Zeit, an die sich die Familie später gerne erinnert. Auch die in dieser Zeit entstandene enge Beziehung zum Kind wird ein ganzes Leben halten. Daher entscheiden sich viele Väter trotz möglicher finanzieller und beruflicher Nachteile für die Zeit mit ihrem Kind.

 

Beruf und Familie vereinbaren: Regelungen für die Elternzeit

Eltern können frei entscheiden, wer wann in Elternzeit geht. Auch gleichzeitig eine Auszeit vom Job zu nehmen ist erlaubt. Als finanzielle Unterstützung kann man für diese Zeit Elterngeld beantragen. Übrigens kann man auch die Möglichkeit in Anspruch nehmen, während der Elternzeit in Teilzeit zu arbeiten. Während der Elternzeit besteht für Angestellte ein Kündigungsschutz. Wer Sorge hat, dennoch von seinem Arbeitgeber gekündigt zu werden, weil er in Elternzeit gehen möchte, muss sehr genau auf Fristen achten. Der sogenannte Sonderkündigungsschutz beginnt acht Wochen vor dem Start der Elternzeit. Und der Antrag muss sieben Wochen vor Beginn auf dem Schreibtisch des Chefs liegen. Daher hat man im Zweifelsfall nur eine Woche Zeit. Eine Kündigung nach der Elternzeit ist allerdings erlaubt.